Kirche Schwarzbach

Der Vorgängerbau der heutigen Kirche wurde im 12. Jahrhundert im romanischen Stil errichtet. Im 15. Jahrhundert wurde der Turm zum Spitzturm umgebaut, wobei der untere Teil, das Chorquadrat, bis heute erhalten blieb. Ende des 18. Jahrhunderts wurde über einen Neubau entschieden, der die alte, als zu klein empfundene Kirche ersetzen sollte. Der Architekt Gotthilf Ludwig Möckel aus Dresden entwarf die Kirche im neugotischen Stil, wie sie dann auch 1883 errichtet wurde und heute noch bewundert werden kann.

Besonderheiten des Bauwerkes sind, dass das Mauerwerk unverputzt blieb und dass das Hauptportal dem Altar gegenüber in den Westgiebel eingefügt wurde. Der in ländlicher Gegend übliche „Bauernbarock“ ordnet den Haupteingang meist in der Längsseite an. Bewahrenswertes aus vergangenen Jahrhunderten ist beim Neubau wieder eingearbeitet worden. So ist ein altes Giebelkreuz in der Südseite sichtbar eingemauert und vier prägnant verzierte Giebelansatzsteine blieben am Turm erhalten, teilweise nur durch Aussparungen in der Ummauerung sichtbar. Außerdem wurde das Porphyr-Gewänd des früheren Haupteinganges für das neue Portal wieder verwendet. Seit 1883 steht über dem Haupteingang eine Christus-Statue sowie an der Nordseite eine Statue Johannes´ des Täufers, beide von Prof. Broßmann aus weißem französischen Kalksandstein gefertigt. Im Altarraum zieht die Bemalung von Prof. Diethe den Blick auf sich, die 12 Apostel und Christus als den himmlischen Weltenherrscher darstellend. Den Altartisch krönt ein handgeschnitztes Kruzifix von George Rutz aus Oberammergau. Bewundernswert sind die fein gearbeiteten Kapitelle der die Emporen tragenden Porphyr-Säulen und die zahlreichen floralen Ornamente mit Anklängen an den Jugendstil. Der gesamte Innenausbau ist eine gelungene Komposition aus Steinmetzkunst, Holzgestaltung und Farbgebung.

Die Kirche ist seit ihrer Erbauung 1883 nicht verändert worden, also ganz einheitlich im neugotischen Stil erhalten. Renovierungen anlässlich des 100-jährigen und des 125-jährigen Kirchweihjubiläums versetzten unser für eine ländliche Gemeinde ungewöhnliches Gotteshaus wieder in den ursprünglichen Zustand.


Rolf Beyer, Andreas Illgen